Die Technologie und die Produkte im Bereich umweltfreundlicher Tenside haben sich rasant weiterentwickelt, einige erreichen international führende Standards. Die Herstellung neuartiger umweltfreundlicher Tenside aus nachwachsenden Rohstoffen wie Ölen und Stärke ist zu einem Schwerpunkt aktueller Forschungs-, Entwicklungs- und Industrialisierungsbemühungen geworden. Die Vielfalt an Tensidvarianten und -derivaten deckt den Bedarf verschiedenster Branchen.
Die Entwicklung funktionaler Tenside im kleinen Maßstab hat zwar rasche Fortschritte gemacht, doch besteht im Vergleich zu Industrienationen weiterhin eine erhebliche Lücke hinsichtlich Vielfalt und Menge. Die Funktionalisierung ist ein weiterer wichtiger Entwicklungszweig für Tenside, der durch nationale Richtlinien unterstützt und von der Industrie weithin anerkannt wird. Inländische Forschungseinrichtungen, Universitäten und Unternehmen haben in diesem Bereich erhebliche Anstrengungen unternommen und vielversprechende Ergebnisse erzielt.
In wässrigen Lösungen verändern Tenside nicht nur die Aktivität der Lösung (d. h. sie reduzieren die Oberflächenspannung), sondern beeinflussen auch maßgeblich waschbezogene Eigenschaften wie Penetration, Adsorption, Benetzung, Dispersion, Emulgierung, Solubilisierung und Schaumbildung – insbesondere in der Nähe der kritischen Mizellenkonzentration (CMC).
Die in synthetischen Waschmitteln verwendeten Tenside sind keine reinen Einzelverbindungen, sondern enthalten häufig unterschiedliche Mengen benachbarter Homologe. Darüber hinaus machen Tenside typischerweise weniger als ein Drittel des Gesamtgewichts eines Waschmittels aus; der Rest besteht aus verschiedenen Additiven und Hilfsstoffen mit unterschiedlichen Funktionen. Der Waschprozess von Mehrkomponenten-Waschmitteln beruht daher auf einem komplexen, synergistischen Mechanismus.
Der Hauptbestandteil synthetischer Detergenzien sind amphiphile Moleküle, die sowohl hydrophobe (ölliebende) als auch hydrophile (wasserliebende) Gruppen aufweisen. Diese Moleküle adsorbieren an Grenzflächen und bilden Monoschichten, die die Oberflächenspannung reduzieren – eine Eigenschaft, die als Oberflächen- (oder Grenzflächen-)Aktivität bekannt ist. Substanzen mit dieser Eigenschaft werden als oberflächenaktive Mittel (Tenside) bezeichnet.
Beim Waschen ölverschmutzter Textilien mit Wasser allein erschwert die Unmischbarkeit von Öl und Wasser die Fleckenentfernung. Die Zugabe von Seife oder synthetischen Waschmitteln verändert die Grenzflächenspannung zwischen Öl, Wasser, Textil und Luft und löst Prozesse wie Penetration, Adsorption, Benetzung, Dispersion, Emulgierung, Solubilisierung und Schaumbildung aus. In Kombination mit mechanischer Einwirkung (Schrubben oder maschinelles Waschen) ermöglicht dies eine effiziente Ölfleckenentfernung.
Veröffentlichungsdatum: 24. Dezember 2025
