Es gibt verschiedene Erscheinungsformen vonEmulsionsinstabilität: Flockung, Koaleszenz, Schichtung (oder Sedimentation), Demulgierung, Phasenumkehr und Ostwald-Reifung.
1. Ausflockung
Die in der Emulsion dispergierten Tröpfchen aggregieren zu dreidimensionalen Tröpfchenclustern, sogenannten Flocken. Dieser Vorgang wird als Flockung bezeichnet. Unter normalen Umständen verändern sich Größe und Verteilung der Tröpfchen innerhalb der Flocken nicht wesentlich, und es findet keine Tröpfchenkoaleszenz statt; die Tröpfchen behalten ihre ursprünglichen Eigenschaften. Die Flockung wird durch die Anziehungskräfte zwischen den Tröpfchen hervorgerufen. Da diese Kräfte meist schwach sind, ist die Flockung reversibel (schwache Flockung), und die Flocken lassen sich durch Rühren wieder trennen.
2.Verschmelzung
Verschmelzen die Tröpfchen von Flockungsmitteln, platzen die Flüssigkeitsfilme der darin enthaltenen winzigen Tröpfchen und bilden größere Flüssigkeitstropfen. Dieser Vorgang wird als Koaleszenz bezeichnet. Koaleszenz ist ein irreversibler Prozess, der zu einer Verringerung der Tröpfchenanzahl und zum vollständigen Zusammenbruch der Emulsion, also zur Öl-Wasser-Trennung, führt. Die Flockung ist die Vorstufe der Koaleszenz, während die Koaleszenz die direkte Ursache für die Schädigung der Emulsion ist.
3.Schichtung
Aufgrund des Dichteunterschieds zwischen der Öl- und der Wasserphase sinken die Tröpfchen unter dem Einfluss der Schwerkraft ab oder steigen auf, wodurch sich ein ausgeglichener Konzentrationsgradient in der Emulsion einstellt. Dieser Vorgang wird als Aufrahmen oder Sedimentation bezeichnet. Obwohl das Aufrahmen die Homogenität der Emulsion beeinträchtigt, wird die Emulsion selbst nicht vollständig zerstört.
Eine Emulsion ist ein thermodynamisch instabiles System, dessen Endgleichgewichtszustand die Trennung von Öl und Wasser sowie die Schichtung (z. B. in eine wässrige und eine Ölschicht) ist; die Demulgierung ist die unvermeidliche Folge. In bestimmten Industriezweigen ist die Demulgierung sogar erforderlich, beispielsweise zur Trennung von Öl und Wasser in Rohöl (W/O).
5. Variante
Durch Änderungen der Emulgierungsbedingungen kann sich eine Emulsion vom W/O-Typ in den O/W-Typ umwandeln oder umgekehrt. Dieser Vorgang wird als Phasenumkehr bezeichnet.
6. Ostwald-Reifung
Emulsionen mit Tröpfchen unterschiedlicher Größe (polydisperse Emulsionen) können stabil bleiben und der Ausflockung oder Koaleszenz widerstehen. Mit der Zeit verschiebt sich die Tröpfchengrößenverteilung jedoch zu größeren Tröpfchen, die Kurve der Tröpfchengrößenverteilung wird dichter, und die Tröpfchengrößen nähern sich einer einheitlichen Verteilung an. Dieses Phänomen, ähnlich der Kristallreifung, wird als Ostwald-Reifung bezeichnet.
Veröffentlichungsdatum: 24. April 2026
